Die Kunst zu sein

 

Etwas, was wir alle gemeinsam haben, ist, dass wir in uns alleine sind.

Wir sind alle einzigartig. Nur du allein kannst fühlen, was du gerade fühlst. Nur du wohnst in diesem Körper, hast diese deine Persönlichkeit, deine Sehnsüchte, deine Widersprüche, deine Schatten, deine Schmerzen, deine Lust.

Das kann man als Illusion von Getrenntheit bezeichnen, für mich ist es tantrisch-paradox der Startplatz zur Verbundenheit mit allem.

Es geht um dich. Wie soll dann aber jemand anderes sagen, was für dich jetzt gerade richtig ist? Was dich ganz macht oder heiß macht, heilt, erweckt, entspannt, vergnügt – oder was auch immer DU suchst im Leben?

In meinen Gruppen eröffne ich deshalb Räume, in denen du immer wieder explizit dazu eingeladen wirst, selbst zu dosieren, selbst zu entscheiden. Mit dir selbst in Kontakt zu kommen, so intensiv oder unspektakulär, wie es für dich stimmig ist.  Mit anderen in Begegnung zu gehen, soweit du magst. Dich zuzumuten, dich zu verschenken, so wie du jetzt bist. Deine Grenzen zu spüren, zu setzen, zu überprüfen, neu zu setzen.

Wir spielen mit den Polaritäten des Lebens und du kannst deinen eigenen, jetzt gerade passenden Ort darin finden. Du kannst dem Leben in all seinen Facetten in dir begegnen, kannst dich ausprobieren, auf- oder zumachen, alleine bleiben oder Begegnung wagen, alles machen, wie du es immer machst oder mal ganz anders. Du kannst über dich lachen oder weinen. Du bist eingeladen, deinen ganz eigenen Geschmack zu kosten, dich immer wieder neu zu erleben, dich vielleicht selbst zu überraschen – und Vertrauen zu lernen in deine Impulse und in die Weisheit des Lebens, das in dir wohnt.

 

Und dabei - indem du dich ganz in Besitz nimmst und alles zurückholst, was verloren ging - vielleicht sogar durch dich hindurchsinkst und erlebst, wie verbunden du bist.

Konkret arbeite ich mit stillen und bewegten Meditationen, Bewegung und Tanz, Atem, Begegnungen zu zweit oder in Kleingruppen, Austausch, Berührung, kreativem Selbstausdruck, Schattenarbeit, Körperarbeit, inneren Anteilen, Dyadenarbeit, Ritualen etc.

Ein großes Anliegen ist mir, sowohl die inneren Kinder als auch die inneren Abenteurer mit im Boot zu haben. Das Üben von Selbstliebe ist mir ebenso wichtig wie der Umgang mit dem inneren Kritiker.  Darüber hinaus natürlich das Präsentsein mit dem, was das Leben bringt. So ist diese Arbeit außerordentlich alltagstauglich.

Das wichtigste an meiner Arbeit ist jedoch meine innere Haltung, die ich bei Alan Lowen und vor allem bei meinem Lehrer und inzwischen Kollegen Saleem M. Riek kennenlernen und üben durfte. Sie lässt sich kurz auf den Satz reduzieren: Sei mit dem, was ist.

So vermittle ich keine Techniken, keine Massagen oder Abläufe. Wir üben, uns immer wieder zu öffnen für das, was jetzt ist. In diesem Moment ist alles vorhanden, was es braucht. Die ganze Dynamik des Lebens ist jetzt in dir. Das, was ist und das, was Veränderung will. Das Ja und das Nein.

 

 

Um alles innerlich wieder nach Hause zu holen – oder mit anderen Worten: um alles zu verweben (was mich weit über mich selbst heraus verbindet und was Tantra für mich bedeutet), braucht es das Ja zu dem, was jetzt ist. So profan es sein mag. Oder so widersprüchlich. Einverstanden sein mit dem was ist, heißt nicht, dass ich es mögen muss – es heißt dem Leben zu begegnen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0